Stellungnahme des Vereins

Sehr geehrte Damen und Herren,

der Verein „Freunde des Eiskogels“ setzt sich für die Erhaltung der Hügelkette Eiskogel, Perneckerkogel und Kaiserkogel in ihrer jetzigen Form ein.

Täglich besuchen viele Menschen diese Region, um Ruhe und Entspannung zu finden. Besonders an Sonn- und Feiertagen sind unzählige Menschen zu Fuß oder per Rad unterwegs um Ziele wie das „Eder Bild“ am Perneckerkogel, die Ruine Seisenburg, den Magdalenaberg mit seiner Wahlfahrtskirche, den Kronbauer (Wanderweg zum Eiskogel) in Steinbach oder das Friedenskreuz am Oberkaibling zu besuchen. 150 m hohe Wind-räder würden dieses herrliche Ambiente empfindlich stören.

Die exponierte, sehr sensible Lage dieser Hügelkette ist von großen Teilen Oberöster-reichs einsehbar. Die Errichtung eines Windparks stellt eine erhebliche Veränderung des Landschaftsbildes dar und ist somit eine überregionale Angelegenheit – auch für den Tourismus. Der Werbeslogen des Tourismusverbandes Oberösterreich lautet „Landschaft für Leidenschaften“. Das Salzkammergut wirbt mit sanftem Tourismus, denn genau dafür eignet sich das Alpenvorland und das Salzkammergut.

Windenergieanlagen können, die für eine Region charakteristischen Landschaften – mit ihren natürlichen und kulturellen Komponenten, Zeugen der geologischen Vergangenheit und der jahrhundertealten Wechselwirkung zwischen dem Menschen und seiner Umwelt – nachteilig verändern.

Beim Projekt Windpark Eiskogel sind die meisten herkömmlichen Eingliederungsstrategien – Verstecken, Unterordnen, Einordnen – nicht möglich. Die Windenergieanlagen sind nicht einfach statische Objekte, sondern es ist auch die Bewegung der Rotoren zu berück-sichtigen.

Skeptisch stehen wir den Angaben zur erzeugten Stromleistung gegenüber denn: es wird immer von optimalen Windverhältnissen ausgegangen bzw. wird der Energieverlust durch den Transport in den Leitungen nicht einkalkuliert, dh die Menge der erzeugten Energie ist nicht gleich die Menge die den Endverbrauchern zur Verfügung steht.

Gerne wird auch von den Betreibern solcher Windkraftanlagen von CO -Ersparnis gesprochen. Unserer Meinung nach hinkt dieser Vergleich. Die Befürworter meinen mit diesem CO – Vergleich, dass Windräder, wenn sie erst einmal produzieren, kein CO ausstoßen. Für uns stellt sich die Frage, wie viel CO bis dorthin für die

  • Erzeugung der Windräder (Energie für Stahlproduktion, die Produktion der Rotorblätter, Transport der Rohstoffe,…)
  • dem massiven Ausbau der Forststraßen
  • für die Installation dieser „Riesen“
  • sowie für den Abbau der WKAs
  • bzw. den Rückbau der Infrastruktur verbraucht wird?

Die Nutzungsdauer dieser Anlagen wird generell mit 15 Jahren angenommen. Dazu liest man in der Expertise der IG Windkraft: Es gibt noch keine Anlage der 2 MW-Klasse, die zehn, geschweige denn 20 Jahre alt ist, und die bisherige Schadensstatistik zeigt, dass dieses Alter nur mit hohem Aufwand zu erreichen sein wird. 1Damit werden Sinn und Zweck dieser Anlagen verfehlt.

Ein weiterer Kritikpunkt stellt die Rentabilität dieser Anlagen dar:

Mit der Ökostromverordnung 2010 wird die Erzeugung von Energie mittels Windkraft über-durchschnittlich hoch gefördert. Diese Subventionen zahlen alle Bürger, die etwaigen Ge-winne werden hingegen privatisiert. Mit Windkraft wird im ökonomischen Sinne kein Ge-winn erzielt, sondern Geld umverteilt. Müsste sich Windkraft auf dem freien Strommarkt behaupten, wäre in Österreich keine einzige Anlage errichtet worden.

Auch auf den Naturschutz wollen wir hinweisen. Von Schwarzstörchen, Wespenbussar-den, Auerwild, Haselwild, Wachtelkönig, Waldohreule, Steinkauz und Waldkauz ist bekannt und ornithologisch bestätigt, dass sie hier ihren Lebensraum haben. Auch Fledermaus-wochenstuben befinden sich im betroffenen Gebiet. Alle Fledermausarten sind EU-recht-lich streng geschützt. Windkraftanlagen stellen eine große Gefahr für die langlebigen, sich langsam reproduzierenden Fledermausarten dar. Für die oben genannten Tiere wäre die Verwirklichung dieses Projekts fatal.

In dieser intakten Natur suchen viele Menschen Ruhe und Entspannung. Dieses unver-zichtbaren Erholungsraum soll auch weiterhin den Menschen aus nah und fern, aber auch den Tieren uneingeschränkt zur Verfügung stehen.

Abschließend wollen wir noch folgenden zu Bedenken geben: Der Bau von Windkraftan-lagen führt in den Gemeinden zu sozialem Unfrieden, weil viele Menschen unter etwas zu leiden haben, das nur wenigen Leuten finanzielle Vorteile bringt.

Herzliche Grüße

Freunde des Eiskogels

iV Ing. Michael Kienberger

1Vgl. Expertise der IG Windkraft zur Ermittlung der Gestehungskosten für kosteneffiziente Windenergieanlagen, Mag. Stefan Hantsch, Mag. Stefan Moidl, Dr. Ursula Nährer, 04.11.2009, S. 3.

Eine Antwort zu Stellungnahme des Vereins

  1. MP schreibt:

    Die Berichte, die Ihr aufstöbert – gerade habe ich „Wup, Wup, Wup bei Tag und Nacht“ gesehen – sind wirklich sehr beeindruckend. Es ist irgendwie tragisch, dass eine solche Energiequelle wie der Wind, die das Zeug hätte, eine wirklich ökologische Alternative zu sein, durch kontraproduktive Standorte wie den Eiskogel (und durch einiges Andere mehr) ins Aus geraten. Kleiner, sensibler, mit lokalen Speichermöglichkeiten… Das könnte es sein.

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