110 kV-Freileitung

Eine Verbindung der beiden Projekte 110 kV-Freileitung und Windkraftanlagen gibt es auf drei Ebenen

Erstens: Auch wenn in den Einreichungsunterlagen von einer 30 kV-Anbindung (aller Wahrscheinlichkeit nach ein Doppelkabelsystem) zum UW Kirchdorf ausgegangen wird, würde sich für die Betreiber eine Einspeisung in die geplante 110 kV-Freileitung wirtschaftlich rechnen. Die geringere Anbindungsentfernung wiegt die höheren Kosten der 110 kV-Einspeisung weitestgehend auf.

Zweitens: 7 x 2,3 MW = 16,1 MW Gesamtleistung der Windkraftanlage bringen bei optimalen Windvoraussetzungen eine Energiemenge von 16100kW in einer Stunde. Diese Energiemenge kann u.U. im Kremstal benötigt werden. Wenn nicht, muss sichergestellt sein, dass deren Abtransport über die vorhandene Netzinfrastruktur sichergestellt ist. Im Normalfall (z.B. Abtransport eines Energieüberschusses oder Ausgleich eines Mindestenergieangebotes gegenüber der Planung) werden die Reserven der Netzinfrastruktur der Energie AG dafür ausreichen. Für den Fall einer Schnellabschaltung der WKA´s (wenn die Windstärke einen Grenzwert übersteigt und die Anlagen aus Sicherheitsgründen abgeschaltet werden müssen) wird das bestehende Netz bis an seine Grenzen belastet.

Das Beispiel am Sternstein, wo derzeit eine 110 kV-Netzeinbindung der dortigen Region geplant wird, zeigt dies deutlich.

Drittens: Beide Projekte sind aus Gründen des Landschaftsschutzes generell abzulehnen. Würden die Windkraftanlagen realisiert, gibt es keinen Grund  die geplante Freileitung in der dann bereits vorbelasteten Landschaft nicht zu errichten. Eine andere Trassenführung der 110 KV-Leitung, ist somit nur argumentierbar, wenn es kein Windkraftprojekt gibt.

Protestveranstaltung gegen die 110kV-Freileitung in Steinbach am 9. Mai 2011